Druckrohrprüfungen

Bei Siebert + Knipschild wurde eine Druckrohrprüfungsanlage entwickelt, die weltweit ihresgleichen sucht:  Die Maschine simuliert den "Worst Case" für Druckleitungen, also Schwankungen mit einem Unterdruck von -0,9 bar und einem Überdruck von ca. 10 bar.

"Bei solchen Druckschwankungen können sich Schwingungen mit bis zu zwei Hertz aufbauen. Deshalb ist die Maschine so eingerichtet, dass sie schnelle Drucklastwechsel simulieren kann", erklärt Andreas Haacker, Geschäftsführer von Siebert + Knipschild, der die Maschine mit seinem Team entwickelt und konstruiert hat. Gebaut wurde "sie" von einem Spezialunternehmen aus der Region.

 

Weltweites Unikat

 

"Auf dem nationalen und internationalen Markt gibt es zurzeit keine vergleichbare Maschine, die einen solchen Wechsel erzeugt", sagt Haacker. Druck-Berst-Versuche oder Druck-Zeitstandversuche würden den tatsächlichen Bedingungen im Rohr nicht so nahe  kommen. Mit der Anlage werde künftig es auch möglich, schwellende Druckbedingungen von weniger als 0,5 bar bei Freispiegelsystemen einzustellen. 

 

Prüfungen bis DN 500

 

Der Prüfraum der Maschine erlaubt es, Prüfstücke mit Längen bis 2 m und Geometrien bis zu einem Durchmesser von DN 500 aufzunehmen. Prüfen lassen sich alle Rohre und Rohrwerkstoffe inklusive Stutzen, die in einem Rohrabschnitt implementiert werden. "So können auch Reparaturverfahren und Anbindungssysteme unter realen Worst-Case-Bedingungen simuliert werden", erklärt Haacker. Bis zu 10⁷ Zyklen seien möglich.

 

Großer Bedarf an Druckrohrtests

 

Die Nachfrage nach Prüfungen von Druckrohren, die in der Druckentwässerung im Trinkwasserbereich oder Fernwärmeleitungen eingesetzt werden, ist hoch: "Wir haben in der Vergangenheit diverse Anfragen erhalten, die wir bisher ablehnen mussten", erzählt Andreas Haacker. Ein konkreter Kundenauftrag Anfang diesen Jahres war dann letztlich der Auslöser, sich an die Entwicklung einer eigenen Maschine zu begeben. "Die Idee, wie die Maschine aussehen kann, haben wir anhand von praktischen Anforderungen weiterentwickelt. Zudem haben in unserem Team einige junge, talentierte Maschinenbauer", sagt Haacker. 

 

Die Versuche lassen Aussagen zu Dehnungen, Verformungen unter verschiedenen Betriebsbedingungen und Lastzyklen zu. Gemessen wird die Änderung der materialkennwerte in Abhängigkeit von der Zyklenzahl.

 

Kontakt: Andreas Haacker, E-Mail oder Telefon: 040 688714-0